14. Unterrichtsblock

Kursinhalte
- Struktur-Check & Bewertung
- Codequalität prüfen & verbessern
Code & Struktur
Einstiegsreflexion: Prompting oder manuelles Coden?
Anleitung: Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte die folgenden Fragen schriftlich oder stichpunktartig:
- Was gefällt dir besser – manuelles Coden oder Prompting mit KI? → Begründe deine Entscheidung mit einem konkreten Beispiel aus deinem Projekt.
- Was war für dich überraschend – positiv oder negativ – beim Arbeiten mit KI oder Code?
- Welche Methode passt besser zu deinem Lernstil – und warum?
Struktur-Check & Bewertung
Wie ist deine Webseite aufgebaut – und wie gut funktioniert sie?
Bevor du neue Inhalte entwickelst oder gestaltest, lohnt sich ein Blick auf das Fundament deiner Webseite: ihre Struktur. Sie entscheidet darüber, ob Besucher:innen sich gut zurechtfinden, ob dein Design konsistent wirkt und ob du selbst effizient weiterarbeiten kannst. Eine klare Struktur spart Zeit, reduziert Fehler und macht deine Seite langfristig wartbar.
In dieser Phase analysierst du die technische und visuelle Gliederung deiner Webseite. Du erkennst, welche Abschnitte logisch aufgebaut sind – zum Beispiel ob dein Header, Hauptbereich und Footer sinnvoll voneinander getrennt sind. Du prüfst, ob sich Wiederholungen, Unklarheiten oder unnötige Komplexität eingeschlichen haben, etwa durch doppelte Komponenten oder unübersichtliche Layouts.
Dabei schaust du auch, welche Bereiche du manuell erstellt hast und welche durch Prompting entstanden sind. Vielleicht wirkt dein eigener Code klarer, oder du merkst, dass KI-generierte Abschnitte schneller, aber weniger strukturiert sind. Durch diesen Vergleich entwickelst du ein Gefühl dafür, wie sich beide Methoden auf die Verständlichkeit und Qualität deiner Seite auswirken – und welche Arbeitsweise besser zu deinem Stil passt.
Diese Analyse hilft dir, deine Webseite nicht nur funktional, sondern auch didaktisch und gestalterisch weiterzuentwickeln. Du lernst, Struktur bewusst zu gestalten – als Grundlage für alles, was du mit deiner App noch vorhast.
Was gehört zur Struktur?
Die Struktur deiner Webseite ist das Fundament für Verständlichkeit, Wartbarkeit und visuelle Klarheit. Sie entscheidet darüber, ob Nutzer:innen sich gut zurechtfinden – und ob du selbst effizient weiterarbeiten kannst. Hier sind die vier zentralen Bereiche, die du in deinem Struktur-Check beachten solltest:
1. HTML-Struktur – das Gerüst deiner Seite

HTML bildet die Grundstruktur deiner Webseite. Achte darauf, ob deine Sektionen sinnvoll gegliedert sind:
- Header: Enthält Logo, Navigation, ggf. Call-to-Action
- Main: Der zentrale Inhaltsbereich – gegliedert in Sektionen wie Hero, Funktionen, Testimonials
- Footer: Kontakt, Impressum, Links, ggf. Social Media
Fragen zur Analyse:
- Sind die Abschnitte klar voneinander getrennt?
- Nutzt du semantische Tags wie
<section>,<article>,<nav>sinnvoll? - Gibt es unnötige Verschachtelungen oder leere Container?
2. CSS-Organisation – das visuelle System

CSS steuert das Aussehen deiner Seite. Eine gute Organisation sorgt für Konsistenz und Wiedererkennbarkeit.
- Farben: Wiederkehrende Farbpalette, passend zum Branding
- Abstände: Einheitliche Margins und Paddings
- Layout: Flexbox/Grid-Strukturen, klare Ausrichtung
Fragen zur Analyse:
- Sind deine Styles zentral organisiert (z. B. in einer Hauptdatei oder Komponente)?
- Gibt es doppelte oder widersprüchliche Regeln?
- Nutzt du Klassen sinnvoll oder arbeitest du mit Inline-Styles?
3. Komponentenlogik – Wiederverwendbarkeit & Klarheit

Komponenten sind Bausteine deiner Seite – z. B. Cards, Buttons, Sections. Sie helfen dir, Inhalte konsistent darzustellen und effizient zu pflegen.
- Wiederverwendbare Elemente: z. B. gleiche Button-Struktur in mehreren Sektionen
- Modularer Aufbau: z. B. eine Card-Komponente für Testimonials, Funktionen, Angebote
- Benennung & Struktur: z. B.
card-feature,card-testimonial,btn-primary
Fragen zur Analyse:
- Hast du Komponenten mehrfach verwendet oder jedes Element einzeln gebaut?
- Sind deine Komponenten klar benannt und logisch aufgebaut?
- Gibt es visuelle oder funktionale Inkonsistenzen?
4. Prompt-Integration – KI-Code sinnvoll nutzen

Wenn du mit KI gearbeitet hast, wurde der generierte Code direkt eingebunden. Jetzt geht es darum zu prüfen, ob er zur Gesamtstruktur passt.
Konsistenz: Passt der Stil zu deinem manuellen Code?
Einbindung: Wurde der KI-Code direkt übernommen oder angepasst?
Lesbarkeit: Ist der Code verständlich oder wirkt er wie eine Blackbox?
Fragen zur Analyse:
- Hast du KI-Code nachbearbeitet oder unverändert übernommen?
- Gibt es Stellen, die du nicht verstehst oder nicht kontrollieren kannst?
- Wie wirkt der KI-Code im Vergleich zu deinem eigenen?
Aufgabe: Struktur-Check & Bewertung deiner Webseite
Ziel: Du analysierst die technische und visuelle Struktur deiner Webseite. Dabei erkennst du, welche Bereiche logisch aufgebaut sind, wo es Wiederholungen oder Unklarheiten gibt – und wie sich manuelles Coden und Prompting auf deine Seitenstruktur ausgewirkt haben.
Schritt 1: Struktur sichtbar machen
Erstelle eine Übersicht deiner Webseite – entweder als Skizze, Tabelle oder direkt in deinem Notion-Dashboard.
- Gliedere deine Seite in Hauptbereiche (z. B. Header, Hero, Funktionen, Footer)
- Notiere zu jedem Bereich:
- Wurde er manuell oder per Prompt erstellt?
- Ist die Struktur klar und nachvollziehbar?
- Gibt es doppelte oder unübersichtliche Elemente?
Schritt 2: Bewertung deiner Struktur
Beantworte die folgenden Fragen schriftlich oder stichpunktartig:
- Welche Abschnitte deiner Seite sind besonders gut gelungen – und warum?
- Wo gibt es noch Unklarheiten, Wiederholungen oder Chaos?
- Welche Methode hat dir geholfen, eine bessere Struktur zu entwickeln – manuelles Coden oder Prompting?
Reflexionsimpuls
„Wenn du deine Seitenstruktur anschaust – erkennst du eher deinen eigenen Stil oder den Stil der KI? Was gefällt dir daran, was stört dich?“
→ Notiere deine Gedanken in 3–5 Sätzen. Du kannst sie später in der Abschlussdiskussion einbringen.
Weitere Aspekte für den Struktur-Teil
1. Datei- und Projektstruktur
- Wie sind die Dateien im Projekt organisiert? Gibt es eine klare Trennung zwischen HTML, CSS, JS, Assets?
- Werden Ordner sinnvoll genutzt (z. B.
/images,/components,/styles)? - Ist die Benennung der Dateien nachvollziehbar?
Reflexionsfrage: „Findest du dich in deinem Projektordner schnell zurecht – oder musst du lange suchen?“
2. Responsives Layout
- Ist die Struktur mobilfreundlich?
- Werden Media Queries oder flexible Layouts verwendet?
- Sind die Sektionen auch auf kleinen Bildschirmen sinnvoll angeordnet?
Reflexionsfrage: „Wie verändert sich deine Seitenstruktur auf dem Smartphone – und ist sie dort noch logisch?“
3. Semantik & Barrierefreiheit
- Werden semantische HTML-Tags verwendet (
<header>,<main>,<section>,<footer>,<nav>,<article>)? - Gibt es Alt-Texte für Bilder?
- Ist die Struktur auch für Screenreader verständlich?
Reflexionsfrage: „Könnte jemand mit Einschränkungen deine Seite gut nutzen – oder gibt es Barrieren?“
4. Dokumentation & Kommentierung
- Ist der Code kommentiert?
- Gibt es Hinweise, warum bestimmte Abschnitte so aufgebaut sind?
- Wird die Struktur für andere verständlich dokumentiert?
Reflexionsfrage: „Könntest du deinen Code in zwei Wochen noch verstehen – oder wäre er ein Rätsel?“
5. Versionskontrolle & Änderungsverlauf
- Wird Git oder eine andere Versionskontrolle genutzt?
- Ist nachvollziehbar, wann und warum Änderungen vorgenommen wurden?
- Gibt es sinnvolle Commit-Nachrichten?
Reflexionsfrage: „Wie gut kannst du deine Struktur-Entwicklung über die Zeit nachvollziehen?“
Codequalität prüfen & verbessern

Wie sauber, verständlich und wartbar ist dein Code?
Guter Code ist mehr als nur funktional – er ist lesbar, wartbar und erweiterbar. Besonders in Webprojekten, die du mit oder ohne KI-Unterstützung entwickelst, lohnt es sich, auf die Qualität deines HTML- und CSS-Codes zu achten. Denn je klarer dein Code aufgebaut ist, desto leichter kannst du ihn später anpassen, mit anderen teilen oder für neue Projekte wiederverwenden.
Hier sind die wichtigsten Merkmale guter Codequalität:
Klarheit & Lesbarkeit
Lesbarer Code ist wie ein gut strukturierter Text: Du erkennst auf den ersten Blick, was gemeint ist.
- Sprechende Klassennamen: Statt
box1oderdiv123solltest du Namen wiecard-feature,btn-primaryodersection-heroverwenden. So weißt du sofort, wofür ein Element gedacht ist. - Einrückungen & Absätze: Nutze saubere Einrückungen, um verschachtelte Strukturen sichtbar zu machen. Trenne logische Abschnitte durch Leerzeilen.
- Vermeidung unnötiger Verschachtelungen: Ein
<div>im<div>im<div>macht deinen Code schwer lesbar. Reduziere auf das Wesentliche.
Tipp: Wenn du deinen Code laut vorliest und dabei ins Stocken gerätst, ist er wahrscheinlich zu komplex.
Sauberkeit & Redundanzfreiheit
Sauberer Code ist frei von Ballast – er enthält nur das, was wirklich gebraucht wird.
- Keine doppelten CSS-Regeln: Wenn du dieselbe Farbe oder denselben Abstand mehrfach definierst, lohnt sich eine zentrale Klasse oder Variable.
- Veraltete oder leere Elemente entfernen: Lösche nicht verwendete
<div>s, leere Klassen oder alte Prompt-Reste. Sie machen deinen Code unübersichtlich und schwer wartbar.
Tipp: Nutze den „Code Cleanup“-Modus deines Editors oder ein Linter-Tool, um unnötige Elemente zu finden.
Modularität & Wiederverwendbarkeit
Modularer Code spart Zeit und sorgt für Konsistenz.
- Komponenten nutzen: Baue wiederverwendbare Bausteine wie Cards, Buttons oder Sections, die du mehrfach einsetzen kannst.
- Erweiterbares CSS: Arbeite mit Klassen wie
.btn,.btn-primary,.btn-secondary, statt jedes Element einzeln zu stylen. So kannst du dein Design schnell anpassen.
Tipp: Wenn du denselben Codeabschnitt mehr als zweimal brauchst, lohnt sich eine Komponente.
Kommentierung & Verständlichkeit
Kommentare sind wie Wegweiser im Code – sie helfen dir und anderen, den Überblick zu behalten.
- Wichtige Abschnitte kommentieren: Erkläre komplexe Layouts, besondere Funktionen oder KI-generierte Abschnitte.
- Fremdverständlichkeit prüfen: Stell dir vor, jemand anderes müsste deinen Code übernehmen – wäre das möglich?
Tipp: Kommentiere nicht jede Zeile, sondern nur das, was nicht sofort ersichtlich ist.
Aufgabe:
Aufgabe: Codequalität analysieren & verbessern
Schritt 1: Code-Check
→ Öffne deinen HTML- und CSS-Code und überprüfe ihn anhand der folgenden Fragen:
- Welche Abschnitte sind klar und verständlich?
- Wo gibt es Wiederholungen, Chaos oder unklare Benennungen?
- Welche Teile stammen von dir, welche von der KI?
→ Markiere problematische Stellen (z. B. mit Kommentaren oder farblich im Editor)
Schritt 2: Mini-Verbesserung
→ Wähle einen Bereich (z. B. Navigation, Card-Komponente, Footer) → Überarbeite den Code – entweder manuell oder mit einem gezielten Prompt → Dokumentiere den Unterschied: Vorher/Nachher + Methode
Reflexionsimpuls
„Was fällt dir leichter – sauberen Code selbst zu schreiben oder KI-Code zu verbessern? Was würdest du in einem Team bevorzugen – Kontrolle oder Geschwindigkeit?“
→ Notiere deine Gedanken in 3–5 Sätzen. Du kannst sie später in der Abschlussdiskussion einbringen.
Hausaufgabe:
Du entwickelst deine Webseite in kleinen, gezielten Schritten weiter, jeden Tag mit einer konkreten Verbesserung.
