10. Unterrichtsblock

KI Entwicklerkurs

Kursinhalte

  • Grundlagen guter Präsentationen
  • Präsentationen mit KI
  • Prompt-Design für Präsentationen
  • Storytelling & Sprechertexte mit KI
  • Visuelle Gestaltung mit KI
  • Abschlussaufgabe

Präsentationen erstellen mit KI

Präsentationen sind längst mehr als Folien mit Text – sie sind visuelle Erzählungen, die Ideen greifbar machen. Ob in Schule, Beruf oder Medien: Wer überzeugen will, muss gestalten, strukturieren und kommunizieren.

Künstliche Intelligenz verändert diesen Prozess grundlegend. Sie unterstützt bei der Planung, schlägt passende Gliederungen vor, formuliert Texte, generiert Bilder und hilft, Inhalte auf die Zielgruppe abzustimmen. Statt stundenlang zu feilen, können Varianten schnell getestet und optimiert werden.

Dabei bleibt die kreative Entscheidung beim Menschen: KI liefert Impulse, Muster und Vorschläge – die Auswahl, Kombination und Wirkungsgestaltung liegt weiterhin in menschlicher Hand. So entsteht ein neues Zusammenspiel: Präsentationen werden nicht nur schneller erstellt, sondern auch reflektierter, vielfältiger und inklusiver.

Ob Storytelling, Sprechertext oder visuelles Layout – KI wird zum Werkzeug, das Ideen sichtbar macht und Kommunikation erleichtert. Präsentieren wird dadurch nicht technischer, sondern zugänglicher.

Design-Beispiel, erstellt mit Lovart

Grundlagen guter Präsentationen

Eine Präsentation ist wie eine gute Geschichte: Sie braucht Struktur, damit das Publikum folgen kann.

1. Aufbau:

  • Einleitung
    • Thema vorstellen
    • Interesse wecken
    • Ziel der Präsentation nennen
    • ggf. persönliche Motivation oder Bezug
  • Hauptteil
    • Problem und Lösung erklären
    • Funktionen, Zielgruppe, Nutzen darstellen
    • visuelle Beispiele zeigen (z. B. Layout, Logo, Screenshots)
  • Schluss
    • Kernaussage zusammenfassen
    • Ausblick geben (z. B. „Was kommt als Nächstes?“)
    • ggf. Fragen zulassen oder Feedback einholen

→ Eine klare Struktur hilft, Inhalte verständlich und überzeugend zu vermitteln.

2. Visualisierung vs. Text

Gute Präsentationen leben von Bildern – aber nicht nur.

  • Folien sind visuell
    • Wenig Text, klare Bilder
    • Diagramme, Icons, Farben, Layouts
    • Text nur als Stichpunkte oder Schlagworte
  • Sprechertext ist sprachlich
    • Erklärt, ergänzt, erzählt
    • Kann emotional, sachlich oder erzählerisch sein
    • Muss nicht auf der Folie stehen

→ Die Folie zeigt, der Sprecher erklärt. KI kann helfen, beides zu trennen und zu gestalten.

3. Zielgruppenorientierung & Storytelling

Eine Präsentation ist keine Datenablage – sie ist Kommunikation.

  • Zielgruppenorientierung
    • Wer hört zu? Was interessiert sie?
    • Sprache, Beispiele und Bilder darauf abstimmen
    • z. B. Jugendliche vs. Eltern vs. Fachpublikum
  • Storytelling
    • Erzähle eine Geschichte: „Was verändert mein Produkt?“
    • Nutze persönliche Bezüge, Alltagssituationen, Metaphern
    • z. B. „Stell dir vor, du …“ oder „Kennst du das Problem, wenn …“

→ Storytelling macht Inhalte lebendig und emotional – KI kann dabei Impulse geben.

Präsentationen mit KI

Was verändert sich durch KI?

Künstliche Intelligenz unterstützt nicht nur bei der Gestaltung einzelner Folien, sondern verändert den gesamten Präsentationsprozess:

  • Ideenfindung: KI kann helfen, Themen zu strukturieren, Gliederungen vorzuschlagen oder Einstiegssätze zu formulieren.
  • Textgestaltung: Ob Slogan, Sprechertext oder Beschreibung – KI liefert Varianten, Stilvergleiche und Kürzungsvorschläge.
  • Visualisierung: Diagramme, Icons, Illustrationen oder sogar Metaphern können KI-generiert sein – passend zum Thema und Stil.
  • Strukturierung: KI erkennt Muster, schlägt logische Reihenfolgen vor und hilft, Inhalte klar zu ordnen.
  • Zielgruppenanpassung: KI kann Texte oder Designs auf bestimmte Zielgruppen zuschneiden – z. B. jugendlich, fachlich, inklusiv.

→ Präsentieren wird dadurch nicht technischer, sondern zugänglicher, variantenreicher und reflektierter.

Neue Kompetenzen im Umgang mit KI

Der Einsatz von KI erfordert andere Fähigkeiten als klassische Präsentationstechniken:

  • Prompt-Kompetenz: Wer gute Ergebnisse will, muss gute Eingaben machen – klar, konkret, kreativ.
  • Bewertung & Auswahl: KI liefert Vorschläge, aber die Entscheidung bleibt beim Menschen. Schüler:innen lernen, Varianten zu vergleichen und bewusst zu wählen.
  • Kombination von Mensch & Maschine: Die besten Präsentationen entstehen im Zusammenspiel – KI als Impulsgeber, Mensch als Gestalter.
  • Reflexion & Verantwortung: Was wirkt wie? Was ist verständlich, inklusiv, ethisch? KI kann helfen, aber nicht entscheiden.

→ Die Schüler:innen entwickeln ein neues Präsentationsbewusstsein: gestützt durch Technik, aber getragen von eigener Haltung und Urteilskraft.

Was bleibt menschlich?

Trotz aller Automatisierung bleibt die Präsentation ein zutiefst menschlicher Akt:

  • Emotion & Präsenz: Die Wirkung entsteht durch Stimme, Haltung, Blickkontakt – nicht durch Folien allein.
  • Persönlicher Bezug: Gute Präsentationen erzählen Geschichten, zeigen Haltung, schaffen Nähe.
  • Kreative Entscheidung: Welche Bilder, welche Worte, welche Reihenfolge – das bleibt individuell.
  • Verantwortung für Wirkung: KI kann helfen, aber nicht spüren, wie ein Publikum reagiert.

→ KI ist Werkzeug, nicht Ersatz. Sie erweitert die Möglichkeiten, aber ersetzt nicht die Persönlichkeit.

Aufgabe: Video-Analyse

Schaut euch das Video: „Diese KI lässt PowerPoint alt aussehen!– Gamma KI-Präsentationen Tutorial 2025“ an und beantwortet die Fragen:

  1. Was kann Gamma AI?
    • Nenne die drei Hauptfunktionen, wie man in Gamma Inhalte erstellen kann (z. B. Präsentationen, Dokumente).
    • Gib für jede dieser Funktionen ein konkretes Beispiel, das im Video gezeigt wird.
  2. Automatisierung und Design:
    • Erkläre, wie Gamma AI den „kompletten Designprozess“ übernimmt. Welche Designentscheidungen werden dabei von der KI getroffen?
    • Welche Rolle spielen „Design-Templates“ und „KI-Bilder“ bei der Erstellung einer Präsentation in Gamma?
  3. Anpassung und Kontrolle:
    • Kann man die von Gamma erstellten Inhalte (Text, Bilder, Layout) noch manuell bearbeiten? Gib zwei Beispiele aus dem Video, die dies belegen.
    • Welche Optionen gibt es, um die KI-Generierung zu steuern (z. B. Anzahl der Folien, Textdichte, Bildstil)?
  4. Exportmöglichkeiten:
    • In welche verschiedenen Dateiformate kann man die erstellten Inhalte aus Gamma exportieren?

Prompt-Design für Präsentationen

Wie gezielte Eingaben die KI zur besseren Präsentationshilfe machen

In der Präsentationsphase wird Prompt-Design zur strategischen Schnittstelle zwischen Idee und Umsetzung. Wer mit KI arbeitet, gestaltet nicht nur Inhalte – sondern auch den Weg dorthin. Ein guter Prompt kann eine Gliederung vorschlagen, einen Sprechertext formulieren, passende Bilder generieren oder sogar die Tonalität eines Slogans verändern.

Was macht Prompts in Präsentationen besonders?

  • Sie steuern Struktur: „Gliedere meine Präsentation in 5 Folien – Einleitung, Problem, Lösung, Zielgruppe, Ausblick.“
  • Sie erzeugen Textbausteine: „Formuliere einen Sprechertext für die Folie ‚Zielgruppe‘ – sachlich und verständlich.“
  • Sie variieren Stil und Wirkung: „Gib mir drei Varianten für einen Slogan – einmal emotional, einmal sachlich, einmal humorvoll.“
  • Sie helfen bei Visualisierung: „Welche Bildidee passt zu einer App für mentale Gesundheit? Erstelle eine Metapher für die Titelfolie.“
  • Sie fördern Reflexion: „Wie wirkt mein Text auf Jugendliche? Mach ihn klarer und freundlicher.“

→ In Präsentationen geht es nicht um reine Informationsabfrage, sondern um Gestaltung, Wirkung und Zielgruppenansprache. Prompts müssen das mitdenken.

Typische Einsatzfelder für Präsentations-Prompts

BereichBeispielhafte Prompt-Idee
Gliederung„Erstelle eine Präsentationsstruktur für eine App zur Stressbewältigung.“
Slogan & Claim„Gib mir drei Slogans für eine App, die beim Einschlafen hilft – mit unterschiedlichen Tonalitäten.“
Sprechertext„Formuliere einen kurzen Redetext für die Folie ‚Was macht mein Produkt besonders?‘“
Bildideen„Welche Bildmetapher passt zu einer App für nachhaltige Ernährung?“
Zielgruppenanpassung„Passe meinen Beschreibungstext für eine jugendliche Zielgruppe an – locker und verständlich.“
Designimpulse„Welche Farben und Icons passen zu einer App für mentale Gesundheit?“

 Iteratives Arbeiten mit Prompts

Ein einzelner Prompt ist selten perfekt. Präsentationsarbeit mit KI lebt von Iteration:

  1. Erster Entwurf: KI liefert eine Basis
  2. Feedback geben: „Mach es kürzer“, „Nutze andere Wörter“, „Füge ein Beispiel ein“
  3. Variante testen: „Gib mir eine alternative Gliederung mit mehr Fokus auf Zielgruppe“
  4. Finalisieren: Schüler:innen wählen, kombinieren oder überarbeiten

→ So entsteht ein kreativer Dialog zwischen Mensch und Maschine – mit der Präsentation als Ergebnis.

Kostenlose KI-Tools für Präsentationen

ToolFunktionenBesonderheiten
Microsoft Copilot in PowerPointGliederung, Textvorschläge, Sprechertexte, LayoutideenDirekt in PowerPoint integriert (z. B. über Office 365), ideal für strukturierte Präsentationen
Gamma.appPräsentationen aus Prompts, Storytelling, visuelles LayoutFokus auf narrative Struktur, sehr intuitiv, exportierbar als Website oder PDF
Slidesgo KI-GeneratorPräsentationen aus Text, mit Designvorlagen und Download als PPTXBesonders geeignet für Schule & Bildung, einfache Bedienung, viele Vorlagen
DecktopusPräsentationen mit KI-Gliederung, Design, Sprechertext, „Presenter Coach“Unterstützt auch bei der Vorbereitung des Vortrags, ideal für Pitches
SimplifiedPräsentationen, Social-Media-Posts, Text- und Bild-KIKombiniert Text- und Designfunktionen, gute Einstiegshilfe
Presentations.AIPräsentationen mit lernendem Designstil, automatische LayoutsErkennt Stilpräferenzen, arbeitet visuell konsistent
Canva mit KIKI-gestützte Textvorschläge, Layouts, Bilder, AnimationenIdeal für visuelle Gestaltung, viele kostenlose Templates
ChatGPT (Free)Gliederung, Sprechertexte, Slogans, Stilvarianten, FeedbackVielseitig einsetzbar, ideal für Textarbeit & Storytelling

Storytelling & Sprechertexte mit KI

Dieses Modul zeigt, wie Produktideen sprachlich zum Leben erweckt werden. Im Fokus stehen narrative Techniken, zielgruppenorientierte Sprechertexte und der gezielte Einsatz von KI zur Textentwicklung. Die Inhalte werden nicht nur erklärt, sondern direkt auf die eigene Präsentation angewendet.

Inhalte

  • Entwicklung eines erzählerischen Rahmens: Was verändert das Produkt im Alltag?
  • Einsatz von Stilmitteln wie Metaphern, Vergleichen, Fragen oder emotionaler Sprache
  • KI-gestützte Textvarianten für unterschiedliche Zielgruppen und Tonalitäten
  • Strukturierung von Sprechertexten: Einstieg – Erklärung – Ausblick
  • Vergleich und Bewertung von KI-generierten Texten hinsichtlich Verständlichkeit, Wirkung und Stil
  • Anpassung und Verfeinerung durch eigene sprachliche Entscheidungen

Zielsetzung

Die Präsentation wird sprachlich geschärft und emotional aufgeladen. KI dient als Impulsgeber für Textideen, Stilvarianten und Zielgruppenansprache. Die Wirkung entsteht durch bewusstes Erzählen, nicht durch bloße Information.

Anwendung

  • Erstellung von Sprechertexten für mindestens drei Präsentationsfolien
  • Integration des Narrativs in die Gesamtstruktur der Präsentation
  • Reflexion über Textwirkung und Zielgruppenbezug
  • Kombination von KI-Vorschlägen und eigener Sprache

4. Visuelle Gestaltung mit KI

Gestaltet wird die Präsentation als visuelles Kommunikationsmittel – unterstützt durch KI. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Inhalte nicht nur vermittelt, sondern visuell erfahrbar gemacht werden können. Farben, Bilder, Icons und Layouts werden gezielt eingesetzt, um die Botschaft zu verstärken und die Zielgruppe anzusprechen. KI-gestützte Tools liefern dabei Vorschläge für Design, Bildsprache und Struktur – von der Titelfolie bis zur Diagrammgestaltung. Die Präsentation wird nicht als bloße Folienreihe verstanden, sondern als visuelles Narrativ, das Klarheit, Wirkung und Zugänglichkeit vereint.

Inhalte

  • Einsatz von KI zur Generierung von Icons, Illustrationen und Diagrammen
  • Entwicklung eines passenden Bildstils: minimalistisch, illustrativ, fotorealistisch oder futuristisch
  • Farbkonzepte und visuelle Klarheit: gezielte Farbwahl zur Unterstützung von Inhalt und Stimmung
  • Integration von KI-generierten Bildern für Titel, Metaphern oder Produktdarstellung
  • Gestaltung inklusiver Präsentationen: automatische Untertitel, Kontrastoptimierung, Schriftwahl
  • Kriterien für Barrierefreiheit und Lesbarkeit: visuelle Zugänglichkeit für unterschiedliche Nutzergruppen

Zielsetzung

Die visuelle Gestaltung wird bewusst geplant und reflektiert. KI dient als Designhilfe, liefert Impulse für Bildsprache und Layout und unterstützt bei der Umsetzung inklusiver Kommunikationsstandards. Die Präsentation wird gestalterisch konsistent, zielgruppengerecht und visuell überzeugend.

Anwendung

  • Planung und Beschreibung der visuellen Gestaltung für mindestens drei Präsentationsfolien
  • Auswahl und Kombination von KI-generierten Elementen (Bilder, Icons, Diagramme)
  • Reflexion über Designwirkung, Stilwahl und visuelle Verständlichkeit
  • Berücksichtigung von Barrierefreiheit und inklusiver Kommunikation

5. Abschlussaufgabe

Aufgabe: Präsentation eurer Produktidee – mit KI-Unterstützung

Teil A: Vorbereitung & Themenwahl

  1. Wählt eure beste Idee aus der letzten Stunde aus
  2. Sammelt 5–7 Stichpunkte – Diese bilden die Grundlage für eure Präsentation. Denkt an:
    • Zielgruppe
    • Problem & Lösung
    • Funktionen
    • Nutzen
    • Besonderheiten
    • Designideen
  3. Optional: Überlegt, ob ihr eine Erzählerfigur oder eine Ich-Perspektive einbauen möchtet – z. B. eine Nutzerin, ein Entwickler, eine Alltagsszene oder ein fiktiver Charakter, der durch die Präsentation führt.

Teil B: Prompt für ein KI-Präsentationstool

Formuliert einen klaren Prompt, mit dem ein KI-Tool wie Gamma eure Präsentation erstellen könnte. Der Prompt soll alle wichtigen Informationen enthalten:

  • Art des Outputs: Präsentation oder Dokument?
  • Anzahl der Folien/Karten: Wie viele sollen es ungefähr sein?
  • Textdichte: Kompakt, ausführlich, stichpunktartig?
  • Ton & Zielgruppe: z. B. sachlich, professionell, freundlich – für wen ist die Präsentation gedacht?
  • Stil & Bildsprache: z. B. „modern, minimalistisch, Illustrationen“ oder „futuristisch, fotorealistisch“

→ Der Prompt ist wie ein kreatives Briefing für die KI.

Teil C: Präsentation erstellen

Erstellt eure Präsentation auf Basis eures Prompts und eurer Stichpunkte. Ihr könnt dafür ein KI-Tool wie ChatGPT, Copilot oder Gamma nutzen

Das soll enthalten sein:

  • Gliederung: 5–7 Folien mit klarer Struktur
  • Inhalte: Zu jeder Folie 2–3 ausformulierte Sätze (Sprechertext oder Folientext)
  • Visuelle Elemente: Beschreibung oder Skizze von Bildern, Icons, Diagrammen, die die KI generieren würde
  • Designideen: Farbwelt, Stil, Schrift, ggf. Logo oder Titelbild

→ Die Präsentation soll am Ende vorgestellt werden.

Teil D: Reflexion – KI im Designprozess

Beantwortet folgende Fragen schriftlich oder im Gespräch:

  • Was war hilfreich an der KI-Unterstützung?
  • Was habt ihr manuell ergänzt oder verändert?
  • Würdet ihr euch bei einer wichtigen Präsentation auf die KI verlassen? Warum (nicht)?
  • Wie verändert KI die Zusammenarbeit im Team?